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Wie funktioniert die Stimme?

Wie funktioniert die Stimme?

Wodurch wird eine Stimme laut?

Meistens hören wir, dass die Stimme durch den Luftstrom erzeugt wird, der an den Stimmlippen vorbei strömt. – Eine simple Erklärung. Wie sieht es aber dann denn bei den Opernsängern aus? Wie funktioniert die Stimme dort? Ist das jetzt einfach viel mehr „vorbei geströmte Luft“ – also ein „Riesen Lungenvolumen“ und dadurch so laut? Stimmt es, dass Opernsänger ein Lungenvolumen von bis zu 60 Litern haben und dass Kopfbedeckungen in der Oper daher verboten sind, weil sie durch den Luftstrom, der von der Bühne ausgeht, davonzufliegen drohen?

Nein, die simple Erklärung reicht wohl nicht aus.

Die Stimme – ein Klangphänomen

Schallereignis Stimme – Schallwellen breiten sich aus
Wellen breiten sich aus

Die Stimme ist ein Schallereignis. Luftmoleküle werden in Schwingung versetzt und geben diese Schwingungen an andere Luftmoleküle weiter. Die schwingenden Luftmoleküle breiten sich als Schallwellen aus. Zunächst tun sie das in unserem Körper und dann in den Räumen, die uns umgeben. Schließlich erreichen die Schallwellen unser Ohr als Klang oder Geräusch. Die von uns auspustete Luft spielt hierbei keine Rolle. Um Schallwellen mit der Stimme zu erzeugen benutzen wir Muskeln. Das sind die Muskeln der Atmung und die der Stimmorgane. Die bestimmen auch zusammen mit unserem gesamten Körperbau den Charakter unserer Stimme.

Der Atem, Treibstoff unseres Lebens

Das alltägliche Tanken

Ohne Essen, ohne Schlaf und ohne Trinken kann der Mensch eine gewisse Zeit lang überleben. (Ohne Trinken z.B. geht es 3-4 Tage, ohne Essen wesentlich länger – ein paar Wochen, ohne Schlaf 11-15 Tage – naja, kommt darauf an, bei mir geht es nicht so lange.) Ohne Atem schaffen wir es aber maximal 5-10 Minuten – dann ist Schluß, Dann verlangt der Körper unbedingt nach neuem Sauerstoff.

Wenn im Blut zu wenig Sauerstoff ist, bekommt das Zwerchfell den Befehl einzuatmen. Es zieht sich zusammen und ermöglicht so der Lunge, neuen Sauerstoff aufzunehmen. Unser Atemzyklus beginnt. Wir atmen ein und irgendwann auch wieder aus. So geht es Tag und Nacht, mehr oder weniger unbewusst. Meistens merken wir es gar nicht. Machmal aber genießen wir es, wenn wir in einer schönen Umgebung mit frischer Luft sind. Dann atmen wir tiefer und schmecken die Aromen der Natur. Kaum haben wir die eine schöne Aussicht genossen, treibt es uns auch schon weiter zu nächsten. Ein Wohlbefinden stellt sich ein und erfüllt uns mit Energie und Freude. Unsere Bewegungen werden leichter und wir spüren keine Anstrengung. Schließlich erreichen wir den Gipfel. Hier, von Lebendigkeit beseelt, rufen wir dann in die Ferne und warten auf das Echo der Berge.

auf dem Gipfel stehen

Die Stimme – Trainer der Atmung

Wenn wir unsere Stimme einsetzen, tun wir es während der Ausatmung. Dadurch wird die Ausatmung verzögert. Je nachdem wie laut oder wie lange wir rufen, mehr oder weniger stark. Das Bedürfnis des Körpers nach neuem Sauerstoff wird dadurch aber ebenfalls verzögert. Das hat zur Folge, dass unser nächstes Einatmen viel intensiver ist.

Durch den Einsatz der Stimme wird also unsere Atmung intensiver. Und durch intensivere Atmung erhält auch unsere Stimme mehr Energie. So wurde es dann auf dem Berg immer schöner…
Die Stimme ist also eine Wechselbeziehung zwischen der Aktivität von Atem -und Stimmmuskulatur. [ weiterlesen…]